Lehrkräfte

Wunsch und Realität

Alle Kinder sollen Schwimmen lernen!

Das würde bedeuten, dass die Kinder alle schwimmerischen Grundfertigkeiten wie zum Beispiel das Tauchen, Gleiten und Schweben im Wasser beherrschen sowie die Baderegeln und das richtige Verhalten in Gefahrensituationen kennen.

Als „sichere Schwimmer“ gelten Kinder im Rahmen von „Sicher schwimmen!“ mit Absolvieren des Deutschen Schwimmabzeichens -Bronze-.

Nach den aktuellen Zahlen der DLRG liegen Wunsch und Realität weit auseinander (DLRG 2017). In weiteren Berichten wird dieses Bild bestätigt (Kuntz et al. 2017). Dabei wird darauf hingewiesen, dass es keine einheitliche Definition der Schwimmfähigkeit gibt. Dem entsprechend wird die Datengrundlage als unzureichend beschrieben. Die Studien unterscheiden sich darin, dass eine Aussage über die Schwimmfähigkeit durch Eltern oder Kinder zu anderen Ergebnissen führt als eine praktische Überprüfung (Kehls, M. & Stemper, T. 2017).

Fest steht jedoch, dass es unabhängig von der Definition und Erhebung zu viele Nichtschwimmer sind, die die Primarstufe verlassen.

Gründe

Woran liegt es, dass fast jedes 2. Kind in der 4. Klasse nicht sicher schwimmen kann?

Dafür gibt es mehrere Ansätze, die sich in unterschiedlichem Maße auswirken.

Es wird beschrieben, dass die Schwimmfähigkeit sehr stark vom sozialen Status der Kinder abhängt. Hinzu kommt, dass Schwimmen gehen und somit Schwimmen lernen je nach kultureller Herkunft einen geringeren Stellenwert hat (Kuntz et al. 2017).

Außerdem wird beobachtet, dass Eltern zunehmend die Verantwortlichkeit für das Schwimmenlernen den Schulen alleine zuschreiben und sich selber weniger in der Verantwortung sehen (Kehls, M. & Stemper, T. 2017).

Dem gegenüber stehen die schulischen Rahmenbedingungen. Dabei wird schon unter zeitlichen Gesichtspunkten deutlich, dass das angestrebte Ziel, allen Kindern das sichere Schwimmen zu vermitteln, schwer zu erreichen ist. Bei optimistischer Rechnung kommen 20 Zeitstunden Wasserzeit auf jede Grundschulklasse. Der Schwimmverband NRW setzt aber schon für die „Wassergewöhnung“ und „Wasserbewältigung“ 10 Zeitstunden an. Demnach blieben 10 Zeitstunden für den restlichen Weg zum Bronze Abzeichen, wobei betont werden muss, dass es eine optimistische Rechnung ist. Stundenausfall, Lernhindernisse und unterschiedliche Lerntempi sind hier nicht einberechnet (Kehls, M. & Stemper, T. 2017).

Diese Gründe haben die Verantwortlichen der Stadt Köln dazu bewegt, sich besonders für eine flächendeckende Verbesserung der Schwimmfähigkeit der Kölner Kinder einzusetzen und „Sicher schwimmen!“ ins Leben zu rufen.

Quellen:

Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft – DLRG (2017): Pressemitteilung FORSA-Umfrage 2017 unter: https://www.dlrg.de/presse/pm-forsa-umfrage-2017.html (letzter Zugriff am 27.03.2019)

Kuntz, Benjamin et al (Hrsg.) (2017): Sozialstatus, Migrationshintergrund und Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse aus der bundesweiten Studie KiGGS Welle 1, Robert Koch Institut. 22. Kongress Armut und Gesundheit, Berlin unter:  https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2016/issue-6/soziale-determinanten-der-schwimmfaehigkeit-von-kindern-und-jugendlichen-in-deutschland-ergebnisse-aus-kiggs-welle-1/ (letzter Zugriff am 27.03.2019)

Kels, Maike (M. Ed.) und Stemper, Theodor Prof. Dr. (2017): Jedes Kind soll schwimmen können. Aktueller wissenschaftlicher Stand zur Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland unter: https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/Kels_Stemper_Schwimmfaehigkeit2017.pdf (letzter Zugriff am 27.03.2019)

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